Sie sind hier: Startseite » Mediathek » Pressearchiv

Pressearchiv

Budopost Nr. 4 (Dezember 2016)

Die aktuelle Budopost Nr. 4 der KBK ist online. [1.536 KB]

Budopost Nr 3 (Oktober 2015)

Die Budopost Nr. 3 ist online. [link] [2.140 KB]

Budopost Nr. 2

Die KBK-Budo Post Nr.2 als PDF [Download] [815 KB]

Budopost Nr. 1

Die KBK-Budo Post Nr.1 als PDF [Download] [694 KB]

Berichte und Bilder, welche in der Budopost veröffentlicht werden sollen bitte an die Redaktion (A.Kern) senden.



Nachruf

Wir trauern um Kyoshi Victor van der Wijngaarden, 7. Dan Karate und Kobudomeister.

Mit 65 Jahren ist er plötzlich und unerwartet von uns gegangen.
Er hinterlässt eine Lücke, die nicht zu schließen ist: Eine Ära ist zu Ende gegangen.

Im Wirken seiner Kompetenz darf man Victor van der Wijngaarden als eine in Fachkreisen anerkannte Persönlichkeit sehen, die im Austausch mit seinen Weggefährten und des Kollegiums in Deutschland, Europa und Japan in den traditionellen japanischen Budo- Kampfkunst- und Verteidigungssystemen in lebenslangem idealistischen Engagement Geschichte schrieb und immer mit Rat und Tat zur Verfügung stand.
Stationen:
- Erfolgreiche Abschlüsse der Fachübungsleiter- und Ausbilder- sowie Prüfer- Lizenzen
- Erfolgreiches und langjähriges Mitglied der deutschen Nationalmannschaft
- Erfolgreicher Abschluss der Trainerakademie Sporthochschule Köln
- Mehrfacher Shotokan-Cup Sieger, mehrfache Auszeichnungen und Ehrungen von Vereinen, Fachverbänden, nationalen und internationalen Gremien.
- Die Stadt Fürth ehrte ihn mit der „Goldenen Nadel“ für sein Wirken und jahrzehntelanges Vereins- Engagement.

Seine Chronik liest sich wie ein beständiger Weg, im japanischen Do benannt, wie eine Leiter, die er Sprosse für Sprosse stetig und erfolgreich erklommen hat:

1959 Aufnahme von Vereinsangeboten von Judo und Jiu-Jitsu,
1964 Aufnahme von Karate in Nürnberg bei W. Popp.
Ab 1969 internationale Treffen bei japanischen Meistern H. Kanazawa und H. Ochi und
1972 erfolgreichem Abschluss 1.Dan Karate,
1974 2. Dan Karate,
1977 3. Dan Karate,
1989 4. Dan Karate,
1999 5. Dan Karate-Do,
2000 Aufnahme im Dankollegium der IMAF Kokusai Budoin Tokyo,
2002 6. Dan Karate-Do (Renshi - IMAF Tokyo)
2008 wurde ihm von der japanischen World IMAF Kokusai Budoin Tokyo, als berufenes Mitglied im internationalen Dankollegium und nach erfolgreichen Praxisvorträgen der 7. Dan Karate-Do und der Budo-Titel Kyoshi verliehen.

Victor van der Wijngaarden hat uns in seiner unermüdlichen Schaffenskraft in Wahrung der Traditionen der japanischen Budokünste ein ausgereiftes und perfekt strukturiertes, vielfältiges Lehrprogramm hinterlassen, das international Beachtung findet. Als herausragendes Beispiel können wir auf 42 Jahre in Folge auf die jährlich im Salzburger Land organisierten Sommerlehrgänge zurückblicken.

Sein jüngstes Werk, der vor zwei Jahren ins Leben gerufene Budoförderkreis e.V., spiegelt sein Disziplin – übergreifendes Engagement als Visionär und Initiator.

In der Betreuung der regionalen Vereine wusste er stets das Trainingsangebot den Bedürfnissen entsprechend zu gestalten und so hat er in den Jahren eine Vielzahl seiner Schüler auf den Weg zu Meistergraden gebracht, die heute mit Stolz auf ihre Qualifizierung blicken.

Lebenslang hat er sich als Förderer des Karate-Do, sowie mit Japan-Studienreisen als autorisierter und graduierter, etablierter Vermittler im Sinne des japanischen Budo und Bushido eingebracht.

So verabschieden wir uns nun von unserem großen Meister und verneigen uns ehrerbietig vor seinem Lebenswerk mit einer von ihm gelebten Weisheit:

“Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weiterreichung des Feuers”

Gedanken über die Sektion Aikido in der KBK

Am 22.11.2017 ist unser Lehrer Shihan Edmund Kern von uns gegangen. Bis jetzt wird es mir immer nur in Abschnitten klar, was das bedeutet. Sein Tod ist für alle in der KBK ein großer Verlust, nicht nur in der Sektion Aikido. Ich habe in den letzten Tagen immer wieder darüber nachgedacht, wie sehr Edmund Aikido und Budo in Deutschland mitgestaltet und mitbestimmt hat; wo er überall Einfluss gehabt hat, und immer noch hat. Mehr und mehr kommt es mir vor, dass es kaum einen Bereich im Aikido und im Budo gibt, der nicht in irgendeiner Form mit ihm zu tun gehabt hat.

Ich habe immer wieder neue Dinge entdeckt, die Edmund wichtig waren und weiß trotzdem nur einen Bruchteil darüber. Ich war mit Edmund zusammen im DAB, wo er mir immer mal wieder auf seinen Dienstreisen die Leviten gelesen hat. Danach haben wir uns im Dojo von Kurt Burg in Wiesbaden wiedergetroffen und ich hatte die Ehre unter Klaus Chudziak und Edmund an Lehrgängen teilzuhaben. Weil Edmund der direkte Kontakt ins Heimatland des Budo sehr wichtig war trat er in die IMAF ein und ich folgte ihm.

Und dann kam der für uns so wichtige Schritt: die Gründung des KBK. Dies empfinde ich als Edmunds letzten Akt, seine Schüler und seine Weggefährten unter einem Dach zusammen zu schließen.

Ich hatte immer das Gefühl, dass Edmund einen Spagat zwischen dem Takemusu Aiki und einem offenen Blick zu anderen Stilen und Gruppen praktizierte. So hat er mit Interesse die Schwert Kata von Meister Tsutsui (Schüler von Tohei Sensei) aus der IMAF aufgenommen und interpretiert. Er fand, dass die Schwert Kata als Teil im Takemusu Aiki von der Anzahl an Techniken her unterrepräsentiert war. Immer wieder habe ich ihn interessiert auf andere Stile oder Lehrerorientierungen blicken sehen. Dabei drang er immer tiefer in den Weg des Aiki ein. Begegnungen wie diese waren für ihn wie das Anzapfen einer Art Datenbank. Ihm war klar, dass ein Mensch alleine nicht das gesamte Vermächtnis des Aikido zu umfassen vermag. Es bedarf vieler „Festplatten“ um das, was uns alle verbindet zu erhalten, zu vertiefen und weiterzugeben.

Nach dem Tod von Meister André Nocquet habe ich mit ansehen müssen, wie seine Schüler sich in Fraktionen und Kleingruppen auseinanderdividiert haben und damit (meiner bescheidenen Meinung nach) in ihrer Interpretation des Weges verarmten. Ich fand es unsäglich schade, dass augenscheinlich kein Miteinander möglich war. Auch nach dem Tod von Saito Morihiro Sensei hat es diese Effekte gegeben. Die Verantwortung, die Edmund der KBK und dafür stellvertretend Jürgen, Günther und mir auferlegt hat ist groß. Wir stehen vor einer Lücke, die Edmund uns hinterlassen hat und die kaum geschlossen werden kann. Aber vielleicht sollten wir das auch nicht versuchen.

Shihan Edmund Kern

Liebe Aikido und Budo Freunde!!!
Shihan Edmund Kern 8.Dan Kyoshi ist am 22.11.2017 um 11.50 Uhr über die Regenbogenbrücke gegangen.
Das Team Peter Breit, Rene Funke, Alexandra Berger, Nadine Szumilas und Viktor Krondak stehen vor Ort in euerem Namen in stiller Trauer!!!
Auf Wunsch Edmunds wird das Dojo eine Woche ein Ort der Begegnung und Trauer sein. Dort legen wir ein Kondolenz Buch aus.
Lieber Edmund Kern Danke für alles und Ruhe in Frieden...

Die Trauerfeier findet am Donnerstag den 30.11.2017 um 9.45 Uhr in der Aussegnungshalle des Fürther Friedhof statt.

Worte von IMAF-Chief-Director Kancho Nobetsu Tadanori zum Tod von Shihan Edmund Kern Kyoshi :
"In Japan sagt man : Wenn jemand von uns geht, stirbt er zwei Mal.
Das erste Mal eines natürlichen Todes und zum zweiten Mal, wenn er vergessen wird.
Wir werden Shihan Kern nicht vergessen, so wird der zweite Tod nicht stattfinden.
"

Im Anschluss steht das Ken Tsuru Dojo für alle offen.

In tiefer Trauer
das Präsidium der Kokusai Budo Koenkai